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CM-Messung am Estrich: Ablauf und Fehlerquellen

Estrich Batuhan Özbek, Bauingenieur (B.Sc.)

Die CM-Messung ist das anerkannte Verfahren zur Bestimmung der Estrichfeuchte und damit der Belegreife. Sie ist einfach durchzuführen und liefert trotzdem regelmäßig falsche Ergebnisse — weil an drei Stellen geschludert wird: bei der Probenentnahme, bei der Einwaage und beim Zerkleinern.

Was gemessen wird

Im CM-Gerät reagiert Calciumcarbid mit dem im Estrich enthaltenen Wasser. Dabei entsteht Gas, dessen Druck am Manometer abgelesen wird. Über die Umrechnungstabelle des Geräteherstellers ergibt sich daraus der Wassergehalt in CM-Prozent.

Das Verfahren erfasst das freie, nicht chemisch gebundene Wasser. Bei calciumsulfatgebundenen Estrichen kann nach dem Ablesen ein weiterer Druckanstieg auftreten. Der ist nicht zu berücksichtigen, weil er von chemisch gebundenem Wasser stammt.

Probenentnahme

Die Durchschnittsprobe wird grundsätzlich über den gesamten Estrichquerschnitt entnommen. Eine Ausnahme gilt für Parkett: Dort sind die Grenzwerte traditionell auf den unteren bis mittleren Bereich abgestimmt, weshalb die Probe entsprechend zu entnehmen ist.

Der Hintergrund ist bauphysikalisch: Schwimmende Estriche trocknen im Wesentlichen nur nach oben. Im Querschnitt stellt sich ein Feuchtegefälle von unten nach oben ein. Eine Probe nur aus dem unteren bis mittleren Bereich erfasst also die feuchteren Zonen und führt zu höheren Werten — bei sonst gleichen Verhältnissen also zu einer längeren Wartezeit.

Weicht man von der Durchschnittsprobe ab, sollte die Art der Probenentnahme im Protokoll vermerkt werden. Bei Heizestrichen darf die Probe ausschließlich an den ausgewiesenen Messstellen entnommen werden — sonst besteht die Gefahr, ein Heizrohr anzubohren.

Ablauf Schritt für Schritt

  • Gerät auf Dichtheit prüfen, gegebenenfalls Gummidichtung erneuern. Vier Kugeln einfüllen, Waage, Schale, Hammer und Löffel bereitlegen, Protokoll vorbereiten.
  • Durchschnittsprobe entnehmen und in der Schale so weit zerkleinern, dass sie im Gerät mit den Kugeln vollständig zerkleinert werden kann.
  • Prüfgut abwiegen: Calciumsulfatestrich 100 g. Zementestrich im jungen Alter 20 g, im Bereich der Belegreife 50 g.
  • Prüfgut in das Gerät einfüllen, Glasampulle mit Calciumcarbid zugeben, Gerät verschließen.
  • Zwei Minuten kräftig hin- und herbewegen und kreisen lassen, damit die Kugeln das Prüfgut vollständig zerkleinern. Das Manometer dabei nicht beaufschlagen.
  • Fünf Minuten nach dem Verschließen eine weitere Minute schütteln.
  • Zehn Minuten nach dem Verschließen nochmals kurz aufschütteln, Wert ablesen und aus der Eichtabelle die Feuchte entnehmen.
  • Gerät entleeren und dabei das Prüfgut kontrollieren.

Der letzte Schritt ist der, der am häufigsten unterbleibt. Ist das Prüfgut nicht vollständig zerkleinert, ist das Ergebnis zu verwerfen und die Prüfung einschließlich Probenentnahme zu wiederholen — mit feinerer Vorzerkleinerung.

Rahmenbedingungen

Bei der Probenvorbereitung darf möglichst wenig Feuchtigkeit verloren gehen. Deshalb: zügig arbeiten, nicht bei Sonneneinstrahlung oder Luftzug vorbereiten, und die Probe nur so weit vorzerkleinern, wie für das Gerät nötig.

Das Protokoll hält Baustelle, Geschoss, Raum, Prüfdatum, Prüfer und Ergebnis fest, dazu Einwaage, Manometeranzeige, Wassergehalt und Estrichdicke. Bestätigt wird es von Bauherr beziehungsweise Auftraggeber, Bauleitung oder Architekt und — bei beheizten Konstruktionen — vom Heizungsbauer.

Aus der Ausführung

Die häufigste Ursache für einen zu hohen Messwert ist eine zu große Einwaage beim Zementestrich. Wer im Bereich der Belegreife mit 100 g statt 50 g misst, bekommt ein Ergebnis, das nicht zur Eichtabelle passt. Die Waage gehört an den Koffer, nicht in den Transporter.

Andere Messverfahren

Zerstörungsfreie elektrische Messungen dienen der Orientierung und dem Auffinden feuchter Bereiche. Die KRL-Methode ist ein gesondertes hygrometrisches Prüfverfahren. Messverfahren und Bewertung müssen zum Estrichsystem und den einschlägigen Vorgaben passen.

Sinnvoll ist die Kombination: mit dem zerstörungsfreien Gerät die Fläche abtasten, dann an den ungünstigsten Stellen die CM-Messung ansetzen. Das spart Bohrungen und findet die kritischen Bereiche zuverlässiger als ein Raster.

Häufige Fragen zur CM-Messung

Wie viele Messstellen sind nötig?

Das hängt von Fläche, Aufbau und Zonierung ab. Sinnvoll ist, die ungünstigsten Bereiche zu erfassen — große zusammenhängende Felder, Zonen mit geringer Luftbewegung, Bereiche mit größerer Estrichdicke.

Warum steigt der Druck bei Calciumsulfatestrich weiter an?

Weil chemisch gebundenes Wasser nachreagiert. Für die Bewertung ist der Wert nach zehn Minuten maßgebend, der weitere Anstieg bleibt unberücksichtigt.

Darf ich bei Heizestrich überall bohren?

Nein. Die Probenentnahme darf nur an den ausgewiesenen Messstellen erfolgen. Diese sind bei der Verlegung zu kennzeichnen und in den Unterlagen zu dokumentieren.

Was die Messung am Ende belegt, steht im Beitrag zur Belegreife von Estrich. Soll die Ausführung vergeben werden: unsere Estricharbeiten.

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Schicken Sie uns das Leistungsverzeichnis, den Grundriss oder einfach Fläche und Termin. Wir prüfen Ihre Angaben und klären den nächsten Schritt zur Kalkulation – mit einem Hinweis, wenn am geplanten Aufbau etwas nicht zusammenpasst.