Leitwarten, Schaltwarten, Technikräume
Schaltwartenboden für Leitwarten und Technikräume
Ein Systemboden, der für ein Bürogeschoss richtig bemessen ist, erfüllt in einer Schaltwarte in der Regel keine einzige Anforderung. Lastklasse, Hohlraumhöhe, Ableitfähigkeit und Revisionierbarkeit gehören hier von Anfang an in eine gemeinsame Planung.
Was diesen Raum vom Bürogeschoss unterscheidet
Der wichtigste Unterschied ist nicht technisch, sondern organisatorisch: Der Raum wird nie leergeräumt. Eine Leitwarte läuft rund um die Uhr, ein Schaltraum lässt sich nicht für vier Wochen abschalten. Jede spätere Änderung am Boden findet neben laufender Technik statt – mit begrenztem Platz, ohne Staub und ohne Unterbrechung.
Daraus folgt der Rest: Die Fläche muss von Anfang an mehr können, als am Tag der Übergabe gebraucht wird. Reserve im Hohlraum, in der Tragfähigkeit und in der Zahl der Auslasspunkte ist hier keine Vorsorge, sondern Grundausstattung – weil Nachrüsten in diesem Raum teurer ist als in jedem anderen des Gebäudes.
Der Aufbau
- Rohdecke und HöhenaufnahmeBestandshöhen, Oberkante Fertigfußboden, Anschlüsse an angrenzende Flächen
- StützenHöhenverstellbar, verklebt oder verschraubt, mit durchgehender Anbindung an den Potentialausgleich
- Tragfähiger PlattenkernLastklasse nach der tatsächlichen Beanspruchung, nicht nach der Raumnutzung auf dem Plan
- Ableitfähiger BelagAls Teil einer durchgehenden Kette bis zur Erdung, nicht als Eigenschaft der Oberfläche allein
- Revisionsöffnungen und AuslässeAußerhalb der Trassenkreuzungen, abgestimmt mit Elektro- und Lüftungsplanung
Die vier Punkte, an denen es hängt
Aus der Ausführung: Das sind die Stellen, an denen ein Schaltwartenboden später Ärger macht, wenn sie vorher nicht geklärt wurden.
Der Transportweg, nicht die Aufstellung
Ein Schaltschrank steht später ruhig auf vier Füßen. Vorher fährt er auf einem Rollwagen durch den Raum, über jede Plattenfuge, mit dem ganzen Gewicht auf wenigen Rollen. Diese wandernde Last beansprucht jede Plattenkante auf dem Weg. Schäden entstehen deshalb meist nicht im Betrieb, sondern beim Einrichten.
Sockelrahmen statt Last auf der Platte
Schwere Schrankreihen gehören auf einen eigenen Rahmen, der durch den Hohlraum bis auf die Rohdecke reicht. Dann geht die Last direkt in die Decke, der Boden ringsum bleibt revisionierbar, und die Verankerung gegen Kippen hat einen tragfähigen Untergrund. Die Lösung erspart am meisten Ärger und wird am seltensten geplant.
Hohlraum für Kabel und Luft
Die nötige Höhe ergibt sich nicht aus der Summe der Querschnitte, sondern aus der ungünstigsten Stelle – dort, wo sich die meisten Trassen kreuzen. Wird der Hohlraum zusätzlich zur Luftführung genutzt, kommt der freie Strömungsquerschnitt hinzu. Kabel- und Luftführung gehören in einen gemeinsamen Plan.
Ableitfähigkeit ist eine Kette, kein Belag. Belag, Plattenkern oder leitende Kaschierung, Stützenkopf, Stützenrohr, Fußplatte und der Anschluss an den Potentialausgleich – jede Unterbrechung macht die Anforderung wirkungslos, und Unterbrechungen sind unsichtbar. Der geforderte Ableitwiderstand ist dabei ein Fenster mit oberer und unterer Grenze, nicht nur ein Höchstwert. Ableitfähige Böden
Schnittstellen
Damit vor der Ausführung klar ist, wer was liefert.
Was wir brauchen
- Belastungsanforderung getrennt nach Aufstellflächen und Transportwegen
- Kabel- und Trassenplan mit den Kreuzungspunkten, Lage der Auslässe
- Geforderter Ableitwiderstand mit oberer und unterer Grenze
- Festgelegte Oberkante Fertigfußboden und Anschlusshöhen
- Abstimmung mit Elektro- und Lüftungsplanung, wenn der Hohlraum Luft führt
Was bauseits bleibt
- Rohdecke, Installationen und Leitungen im Hohlraum
- Anschluss des Potentialausgleichs an die Elektroanlage
- Schottungen durch Wände und Decken
- Wärmeerzeugung und Lüftungstechnik
Regelwerk: DIN EN 12825
Häufige Fragen
Reicht ein Bürodoppelboden für eine Schaltwarte nicht aus?
Doppelboden oder Hohlboden für Technikräume?
Wie hoch muss der Hohlraum sein?
Können Sie im laufenden Betrieb arbeiten?
Was gehört zur Übergabe?
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